25 Februar 2019

CSR-Reporting in Zeiten der Berichtspflicht – Herausforderungen bleiben aussagekräftige Kennzahlen

„Welche Auswirkungen hat die CSR-Berichtspflicht auf die nicht-finanzielle Berichterstattung von Unternehmen?“, „Wo stehen wir?“, „Welche Trends und Entwicklungen sind zu beobachten?“, „Und welche Unternehmen veröffentlichen die besten Nachhaltigkeitsberichte?“

Diese und andere Fragen wurden am vergangenen Donnerstag ausgiebig auf der Konferenz „CSR Reporting in Zeiten der Berichtspflicht“ vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und Future e.V. im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin diskutiert. Die besten Nachhaltigkeitsberichte der Großunternehmen sowie KMUs wurden im Rahmen des „Rankings der Nachhaltigkeitsberichte“ ausgezeichnet. Zu den ausgezeichneten Großunternehmen zählen die Rewe Group (Platz 1), BMW Group (Platz 2) und die Deutsche Telekom (Platz 3). Bei den KMUs schafften es Vaude Sport (Platz 1), Lebensbaum (Platz 2) und die memo AG (Platz 3) in die Spitze. Ansonsten sind meist die üblichen Verdächtigen unter den Besten gelistet. Auffällig ist, dass die KMUs mit maximal 671 von 700 Punkten deutlich weniger Raum nach oben lassen als die Großunternehmen, die maximal 512 von 700 Punkten erreichten. Die Ergebnisse der Studie zeigen damit, dass die Qualität der Berichte von Großunternehmen im Vergleich zum 2015 Rating stabil geblieben ist, KMUs hingegen die Qualität steigern konnten. Dies liegt möglicherweise daran, dass einige KMUs Nachhaltigkeitsberichte nutzen, um sich klar zu bestimmten, teilweise „unangenehmen“ Themen wie Lieferkettentransparenz zu positionieren. Weitere Ergebnisse zeigen, dass zunehmend Standards, wie die der Global Reporting Initiative (GRI) oder des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) genutzt werden und die Anzahl extern geprüfter Berichte zunimmt.

Die größten Herausforderungen und gleichzeitig Potentiale stellen insbesondere das Berichten von aussagekräftigen Leistungsindikatoren und Kennzahlen, konkreten Zielen sowie Risiken zu nicht-finanziellen, wesentlichen Themen dar, auch im Hinblick auf die Umsetzung der CSR-Berichtspflicht. Diese Beobachtung ist vermutlich ein Spiegel von dem, was sich innerhalb von Unternehmen abspielt:

  • nicht-finanzielle Kennzahlen werden nur teilweise, kaum oder gar nicht als Steuerungsinstrumente genutzt
  • konkrete (nicht-finanzielle) Zielvereinbarungen auf Vorstandsebene spielen selten eine entscheidende Rolle
  • CSR oder Nachhaltigkeitsthemen sind selten vollständig in reguläre Reporting Zyklen, Kontrollsysteme, die Finanzplanung oder das Risikomanagement integriert.

Die nicht-finanzielle Berichterstattung (intern sowie extern) hat also noch lange nicht den Reifegrad der finanziellen Berichterstattung erreicht. Die Professionalisierung der Datenqualität und interner Berichtsstrukturen sollten mehr Aufmerksamkeit erhalten und aktiv angegangen werden, um die Grundlage für eine zukunftsgerichtete Steuerung bieten zu können. Denn ohne belastbare Daten wird es schwierig Zielvereinbarungen zu treffen und den strategischen Fortschritt zu messen. Die Digitalisierung kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten.

Insgesamt hat die Konferenz noch einmal die Relevanz von ESG Ratings und Responsible Finance, beispielsweise im Vortrag von ISS-oekom Geschäftsführer Robert Haßler, hervorgehoben und unsere Ansichten bestätigt, dass es noch einiges in Sachen non-financial Performance Management zu tun gibt – Fortschritte werden sich dann auch in der (hoffentlich zunehmend integrierten) Berichterstattung widerspiegeln.

Alle Inhalte und das vollständige Programm der Konferenz finden Sie hier auf der Website des Rankings der Nachhaltigkeitsberichte.

Durch unseren Ursprung in der Prüfung nicht-finanzieller Daten zählt insbesondere die Professionalisierung der Datenqualität, Datenerhebung und organisatorische Einbettung zu unseren Kernkompetenzen. Wollen Sie mehr erfahren? Wir tauschen uns gerne zu aktuellen Entwicklungen und Praxisbeispielen mit Ihnen aus.